Ronjas Herz OP – So war es

Seit letztem Mittwoch sind wir nach der Operation von Ronjas AVSD wieder zurück aus dem Krankenhaus. Heute war strahlender Sonnenschein. Ronja und ich waren spazieren im Park und erst da habe ich begonnen, wirklich durchzuatmen und zu realisieren: “Wir haben jetzt kein krankes Kind mehr. Das, was uns ziemlich genau ein Jahr lang bevor stand, ist nun vorbei und überstanden. Ronjas Herz ist gesund.”

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Tag 7: Entlassung steht an

Wenn nichts dazwischen kommt, werden wir morgen entlassen. Ganz schön rasant. Nachdem gestern die Drainagen gezogen wurden (das sind in Ronjas Fall 3 recht große Schläuche im Bauch gewesen, über die das Wundsekret aus dem OP-Bereich ablaufen konnte), ist das Kind wie Phönix aus der Asche auferstanden, hat die neue Schmerzfreiheit erst kurz angetestet und sich dann mit voller Überzeugung auf den Bauch gedreht! Auf die OP-Narbe und die Verbände. Schmerzfrei. Seitdem geht es stündlich aufwärts.

Gestern: Endlich keine Schläuche mehr

Ich habe extreme Gefühle erlebt, extremen Schlafmangel, extreme Euphorie und extreme Schicksale. Sobald ein bisschen Ruhe eingekehrt ist, möchte ich ausführlicher berichten. Hier im Krankenhaus geht das nicht, denn irgendwie hat man tatsächlich permanent irgendetwas etwas zu tun. Wer noch nie mit Kind in der Klinik war, kann sich das verständlicherweise absolut nicht vorstellen. Alle anderen wissen, was ich meine.

Heute: Baby kann wieder lachen

Das war es erstmal. Bevor wieder irgend etwas zu tun ist, mache ich schnell Schluss und hoffe, dass bis morgen nichts dazwischen kommt.

Alles sehr schön

Dass man bei einer guten Nachricht so völlig die Fassung verlieren kann. Gerade eben kam der Anruf vom OP: “Alles sehr schön”, OP gut gelaufen, jetzt wird Ronja noch “zugemacht” und versorgt. So ab 17 Uhr können wir langsam zu ihr auf die Intensivstation. Mehr weiß ich nicht mehr von dem Gespräch. Meine Knie sind weich geworden, ich habe hyperventiliert und angefangen, unkontrolliert zu weinen. Das Herz klopft, als müsste ich selbst auf der Kardiologie einziehen. “Alles sehr schön”. Der erste Teil ist überstanden.

Im Krankenhaus

Diesmal ist nichts dazwischen gekommen. Wir sind im Krankenhaus. Kein Verschieben, kein Infekt. Morgen wird Ronja endlich operiert. Wir haben den Tag ganz gut gemeistert und alle waren sehr lieb zu Ronja. Beim Ultraschall hat sie geweint, da haben der Kinderarzt und ich gemeinsam Kinderliederkaraoke vom Handy für sie gesungen, um sie zu beruhigen.

Warten auf die stationäre Aufnahme

Jetzt gerade allerdings wird es nochmal schlimm. Der Zugang an Ronja Kopf ist kaputt und muss neu gelegt werden. Da es schon Nacht ist, warten wir, dass ein Arzt von der Intensivstation zu uns kommt, um das zu machen. Natürlich schläft Ronja mittlerweile tief und fest. Wir müssen sie dann aus dem Schlaf reißen, um ihr richtig weh zu tun. Und ich kann sie nicht beschützen.

Ein Mützchen fixiert den Zugang

Ansonsten bin ich so von den Banalitäten und kleinen Grausamkeiten des Krankenhausalltags in Anspruch genommen, dass ich momentan nicht viele Gefühle für die OP selbst übrig habe. Die Nacht wird wahrscheinlich keine, denn mit mir sind noch 2 andere Mütter mit Baby auf dem Zimmer. Ist aber nicht so schlimm. Darauf haben wir uns ja eingestellt. Erstmal hoffe ich, dass Ronja die anstehende schlimme nächtliche Prozedur halbwegs übersteht.

Mittags waren die Voruntersuchungen schon fertig und Ronja ziemlich erledigt