Viel länger als ursprünglich angenommen ist es uns erspart geblieben, jetzt bin ich mit Ronja doch wieder in der Klinik.

Sie ist gerade sediert und an tausend Überwachungs-Apparate angeschlossen und bekommt einen Herzkatheter. Ich sitze auf dem Balkon, warte und versuche, mir keine Horrorszenarien auszumalen, was alles schief gehen könnte. Wieso, weshalb, warum diese Untersuchung nötig ist, kann ich gar nicht so leicht wiederzugeben, zumal jeder Arzt und jeder Kardiologe ein bisschen was anderes sagt, andere Zusammenhänge herstellt, andere Prognosen abgibt. Einig sind sich alle nur in einem: Es geht darum, herauszufinden, wie lange wir mit der Herz-OP bei Ronja noch warten können. Und ganz sicher feststellen kann man das nur über einen Herzkatheter.

Krankenzimmer
Die Mütter oder Väter werden mit Beistellbett auf der Kinderstation mit untergebracht
Gestern sind wir im Krankenhaus eingezogen und Ronja hat einen Zugang am Kopf gelegt bekommen (ihre Hände sind zu speckig, so dass man dort keine Vene findet).

Das war schlimm. Ein paar Minuten hat es schon gedauert denke ich. Die Schwester hat Ronjas Köpfchen fest gehalten, der Kardiologe hat den Zugang gelegt und Ronja hat einfach richtig laut geschrien. Das war keine Unzufriedenheit, das waren Schmerzensschreie, die mir selber die Tränen in die Augen getrieben haben. Ich konnte sie danach aber immerhin schnell wieder trösten. Minuten später war die Welt wieder in Ordnung. Ronja hat ein seltsames Mützchen auf den Kopf bekommen, das den Zugang fixiert.

Ein Mützchen fixiert den Zugang am Kopf
Ronja scheint die unangenehme Prozedur schon vergessen zu haben

Um fünf Uhr hat uns die Schwester heute geweckt, damit Ronja nochmal trinken kann. Danach musste sie bis zur Untersuchung nüchtern sein. Im Vorfeld hatte ich viele Sorgen wie es wohl sein wird, wenn ich gezwungen bin, mein Kind hungern zu lassen. Die waren aber zum Glück ganz unbegründet. Ronja kam viel früher als erwartet dran. Schon um 8 Uhr gab es das erste, Narkose vorbereitende, Beruhigungsmittel. Seitdem warte ich. Und drücke die Daumen.

Wenn alles gut geht bleiben wir noch über Nacht zur Beobachtung und können morgen wieder nach Hause.

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