“Die Probleme kommen bei Babys mit Down Syndrom dann meist mit der Beikosteinführung”. Das haben wir in den letzten Monaten öfter gehört.
Nun, bei Ronja kommen die Probleme wieder mal nicht. Sie isst seit einer Woche Brei. Kein Kotzen, kein Weinen, keine Bauschschmerzen, keine Verdauungsbeschwerden. Gestern war auch am Windelinhalt eindeutig erkennbar, dass der erste Brei erfolgreich das Baby passiert hat. Dafür, dass dies der erste Brei in Ronjas Lebens ist, läuft das ziemlich gut, finde ich.

Kürbis für Babybrei
Ronja mag Kürbis – wie ihre Mutter auch
Wieder mal eine Vorhersage, dies sich, zumindest erstmal, nicht bewahrheitet hat.

Genauso wie das Stillen, das bei Diagnose Herzfehler und T21 “wahrscheinlich sowieso nicht klappen wird” (tatsächlich hat Ronja in gut 4 Monaten ihr Gewicht verdoppelt – nur durch Stillen). Nun ist also der Brei dran. Die Kinderärztin hat ihr “okay” gegeben. Früher hat man 6 Monate voll gestillt, heute geht man davon aus, dass Beikost schon ab dem vierten Lebensmonat gegeben werden kann. Der frühe Kontakt mit vielfältigen Nahrungsmitteln soll das Allergierisiko senken. Soviel zur Theorie.

Babybrei ist prima portioniert in Eiswürfelbehälter
Die Mengen sind noch sehr überschaubar am Anfang
However. Ich hatte schlicht auch Lust, es mal mit Brei zu versuchen. Ganz spielerisch. Einfach mal sehen, wie Ronja reagiert.

Sie hat so reagiert, wie auf fast alles: Sehr nett und tiefenentspannt. Am Anfang ist nicht viel im Baby gelandet, dafür umso mehr auf dem Baby, der Babymama und dem Sofa. Aber das weiß man ja. Wir haben es einfach ein paar Tage lang immer wieder geübt. Aus einem Gefühl heraus habe ich dann von Karottengläschen auf selbstgemachten Kürbisbrei gewechselt. Den finde ich selbst nämlich auch lecker. Und siehe da: Ronja isst sogar gerne Brei! Sie öffnet den Mund (manchmal), greift nach dem Löffel (oft) und schmiert alles um sich herum großzügig voll (immer). Vor allem aber spürt sie den Löffel im Mund, sie schließt den Mund und sie schafft es, den Brei mit ihrer Zunge nach hinten zu befördern und ihn zu schlucken.

Ronja schläft
Erst Brei, dann Brust, dann vollgeschmiert ein Verdauungsschlaf. Hose: Babauba

Klar, das ist alles sehr aufregend und anstrengend, es klappt nicht immer und nach einiger Zeit verliert sie die Geduld und verlang nach ordentlichem Essen (Ronja stellt sich unter “ordentlichem Essen” eine Brust vor). Aber: Sie hat eindeutig raus, wie es läuft. Nach nur ein paar Tagen Übung finde ich das ziemlich bemerkenswert. Insbesondere wenn man bedenkt, dass man ja weiß, “…dass Babys mit Down Syndrom da große Schwierigkeiten mit haben”.

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Wir sind gespannt was aus der Liste von den Dingen, die sie aufgrund ihrer Trisomie nicht können wird, Ronja als nächstes lernt.

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